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Unnötige Ängste vor dem Fernunterricht

girl in pink shirt sitting by the table

Die Arbeit an Tablets und Computern bedeutet für Lernende eine enorme Chance. Sie hat unbestreitbare Vorteile gegenüber dem von der Lehrperson vorgegebenen Unterricht, denn der Computer ermöglicht Lernenden, die Ergebnisse der geleisteten Arbeiten selbst zu kontrollieren. Die Möglichkeit der Selbstkontrolle, zusammen mit dem individuell festlegbaren Lerntempo, führen dazu, dass die Bevormundung durch die Lehrperson weitgehend entfällt. Die Anwesenheit der Lehrpersonen ist trotzdem unabdingbar. Sie stellen die Unterrichtsinhalte (auf dem Computer) bereit, begleiten und betreuen die Schüler fachlich und pädagogisch versiert. Zwischenmenschlichkeit lässt sich selbstverständlich nicht digitalisieren. Die Pandemie, die durch den Virus «Covid-19» ausgelöst wurde, hat zu Diskussionen im Zusammenhang mit dem Online-Unterricht geführt. Es musste eingestanden werden, dass etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schülern mit dem digitalen Lernen überfordert sind. Anstatt die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, wird bemängelt, Primarschüler bräuchten die Präsenz der Lehrperson. Deshalb sei Fernunterricht zu wenig effizient. Doch dieses Argument ist zu bezweifeln. Kinder können serh wohl einige Wochen damit zurecht kommen, dass sie ihre Grosseltern und Lehrpersonen nicht sehen. Das Problem liegt anderswo: Sie haben nicht gelernt, eigenständig zu arbeiten, weil die Lehrpersonen zu viel vorgeben. Sie geben vor, wann welcher Lerninhalt zu erarbeiten und wann eine Prüfung dazu zu schreiben ist, unbesehen vom individuellen Lernstand der Schüler. Das hat fatale Folgen, insbesondere in den für die Selektion relevanten Fächern Deutsch und Mathematik.

Bereits Vierjährige sind fähig, selbstbestimmt zu lernen. Sie lieben es, Baumeister ihres «Selbst» zu sein und arbeiten intrinsisch motiviert, wenn man es zulässt. Schüler, die ihre Arbeiten mit Hilfe von Computer-Lernprogrammen und geeigneten Lehrmitteln selbst kontrollieren dürfen, entlasten die Lehrerinnen und Lehrer enorm. Letztere behalten jederzeit die Kontrolle über den Stand der schulischen Leistungen. Unter- und Überforderung sind endlich vom Tisch und Therapien müssen seltener verordnet werden.

Angesichts der vielen Vorteile der digitalen Technologie fragt man sich: Warum eigentlich werden Computer im Unterricht nur sehr eingeschränkt verwendet?

Clarita Kunz

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