Coronakrise – die vertane Chance

Das Versäumnis der Staaten, die schulische Digitalisierung voranzutreiben, zeigt sich gerade in der gravierenden Bedrohungssituation unzähliger Menschen durch den neuartigen Virus «Covid19» besonders drastisch.
In den sozialen Medien werden seit dem von der Coronakrise verursachten europaweiten Lockdown im März 2020 vielfältige Vorschläge ausgetauscht darüber, wie diese, viele Eltern und das ganze Schulumfeld überfordernde Situation der Quarantäne bewältigt werden kann. Eltern stehen vor der schwierigen Aufgabe, dass sie ihre Kinder nicht nur in erhöhtem Masse umsorgen, sondern auch möglichst kreativ bespassen, unterrichten und auch noch mit Umsicht und Geduld erziehen sollten. Die mit der Digitalisierung einhergehende Selbstorganisation des Lernens unter Zuhilfenahme digitaler Lerninhalte ist eine grosse Chance. Man stelle sich vor, die Pandemie hätte sich vor zehn Jahren ausgebreitet, als es erst ganz wenige elektronische Lehrmittel gab! Ein Lockdown ohne digitale Medien hätte damals wohl zu einem Supergau geführt.

Heute ist das anders. Die meisten Schülerinnen und Schüler haben gelernt, an Computern zu arbeiten. Auch zuhause werden Lernprogramme von Kindern und Eltern fleissig angeklickt. Bereits ab dem Kindergartenalter arbeiten Kinder gerne und effizient mit interaktiven Lernprogrammen, da sie selbst entscheiden können, wie schnell sie lernen wollen und da Computerprogramme im Gegensatz zu den Lehrpersonen viel mehr Zeit und Geduld (!) haben, um Lerninhalte zu erklären. Die Digitalisierung erweist sich als wertvoller Treiber, um pädagogisch sinnvolle, zukunftsorientierte Werte wie Individualisierung und Inklusion entscheidend voranzutreiben.

Anlass zu Empörung gibt, dass sich Lehrpersonen, beispielsweise in verschiedenen Gruppierungen auf Facebook, den Kopf darüber zerbrechen, wie sie auch online Klassentests durchführen können. Offenbar ungeachtet der Tatsache, dass Lernende nicht nur in den Schulzimmern, sondern auch beim Fernunterricht unterschiedlich schnell arbeiten, halten sie beim E-Learning krampfhaft daran fest, dass alle zur gleichen Zeit zum gleichen Lerngegenstand abgefragt werden. Was für eine vertane Chance!

Das könnte Dich auch interessieren …

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: