NUR DIE GRUNDKOMPETENZEN DES LEHRPLANS 21 SOLLEN ALS VERBINDLICH ERKLÄRT WERDEN

Solange die neuen, „übergeordneten Kompetenzen“ im Lehrplan 21 als Orientierungshilfen für Lernende, Schulleitungen und Lehrpersonen gelten, sind sie zu begrüssen. Vor allem für Junglehrerinnen und Junglehrer sind insbesondere die Teilziele als Anregungen zum Erreichen von sozialen Kompetenzen wertvoll. Wenn die neu formulierten Teilkompetenzen aber als neue, von den Lehrkräften verbindlich einzuhaltende Lehrziele bestimmt werden, die zusätzlich zu den bestehenden erreicht werden müssen, sollten sich alle pädagogisch kompetenten Menschen vehement dagegen wehren.
Trotz „Abspeckung“ von 20 Prozent sind es immer noch mehr als 4000 Teilziele.

Die Lehrerlobby Zürich wehrt sich entschieden gegen das Definieren von zusätzlichen Lehrzielen bei der Implementierung des neuen Lehrplans und auch gegen eine „kohärente kompetenzbasierte Beurteilung“ neuer Lehrziele, beziehungsweise Kompetenzen.

Genau dies fordert Beat Zemp, Zentralpräsident des Schweizerischen Lehrerverbands, in der Ausgabe der Zeitschrift „Bildung Schweiz“ vom Juli/August 2013, wenn er sagt: „Wesentlich für den Erfolg des Lehrplans 21 wird sein, dass die formulierten Kompetenzen kohärent (in allen Kantonen gleich) beurteilt werden.“

Die Lehrerlobby Zürich betont: Es braucht keine weiteren Lehrziele für die Lernenden. Die bisherigen Lehrziele entsprechen etwa den „Grundkompetenzen“ des Lehrplans 21. Sie genügen vollauf, damit junge Menschen nach den obligatorischen elf Schuljahren weiterführende Schulen besuchen oder eine Berufslehre erfolgreich abschliessen können. Die gravierenden Probleme im Bildungswesen exisitieren nicht, weil es zu wenig Lehrziele gibt, sondern weil die bestehenden Lehrziele von 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht erreicht werden! In Bezug auf den Lehrplan 21 bedeutet dies: Es genügt, die Grundkompetenzen als verbindlich zu erklären.

Der Fokus ist dringend auf die Rahmenbedingungen zu richten, damit weniger sonderpädagogische Massnahmen nötig sind, damit die Zahl der Schulabbrecher nicht zu- sondern abnimmt und damit in der obligatorischen Schulzeit nicht immer mehr, sondern weniger Ritalin und Neuroleptika verschrieben werden muss. Die Lehrerinnen – und Lehrerlobby Zürich fordert die totale Autonomie der staatlichen Schulen. Ob die Lehrziele erreicht werden, daüber sollen wie bisher die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, die Lehrpersonen der weiterführenden Schulstufen, die Lehrmeister und die weiterführenden Schulen bestimmen. Jede Schule soll selbst das Unterrichtsmodell (Didaktik, Integration/Separation, Anzahl Zeugnisse, Notengebung, Hausaufgaben, Elternmitarbeit, Schulanlässe usw.) wählen können und die Administration übernehmen. Die Kantone müssen die Schulen endlich aus der Bevormundung entlassen.

Der von den Entwicklern als „Jahrhundertwerk“ gelobte Lehrplan 21 läuft Gefahr, die heute vorhandenen Probleme im Bildungswesen zu verschärfen. Es ist absolut unnötig, dass mit der Einführung des Lehrplans 21 auch Schulrankings ins Auge gefasst werden. Die USA hat es vorgemacht. Wir können davon lernen und brauchen jene negativen Erfahrungen nicht auch zu machen. Um die Probleme im schweizerischen Bildungswesen zu lösen können Elemente aus dem Schulsystem der skandinavischen Länder dienen. Sie verfügen über weitgehend autonome, von allen wählbare, transparente Schulmodelle, welche untereinander konkurrenzieren.

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