Das ist nicht recht, Herr Precht

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2083117/ und http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Das-Notensystem-wird-Kindern-nicht-gerecht/story/10348970

 

Herr Precht hat in vielem, aber nicht überall Recht

Endlich wieder jemand, der laute Kritik übt am verkorksten Bildungswesen. Wenn Herr Precht autonome Schulen fordert ist das richtig. Leider sind einige Aussagen von ihm aus pädagogischer Sicht enttäuschend.  Er will ein Einheitsmodell. Das bedeutet weiterhin Bevormundung der Eltern, Kinder und Lehrpersonen.

Der kleinste gemeinsame Nenner, den es zur Lösung der bestehenden Probleme im Bildungswesen braucht,  ist die freie Schulwahl für alle Eltern, Kinder und Lehrpersonen. Das Hauptproblem in den meisten Bundesländern und in der Schweiz heisst: Zuviel Über- und zuviel Unterforderung.  Es braucht mehr VON ALLEN WÄHLBARE Schulmodelle, weil sie den Lernarten der Kinder besser entsprechen und diese erwiesenermassen mehr leisten, wie z.B. in den Niederlanden, wo ein durchdachtes, erfolgreiches Modell der freien Wahl praktiziert wird: 95% aller Schüler erreichen die Lehrziele und nur 2.7% benötigen sonderpädagogische Massnahmen. In der Schweiz erreichen lediglich 80 Prozent der Kinder das minimalste Lehrziel und mehr als 50 Prozent brauchen eine oder mehrere sonderpädagogische Massnahmen. Die Kosten sind horrend: Im Kanton Zürich bezahlen die Steuerzahler jedes Jahr mehr als Fr. 500 000 000.- für diese Massnahmen. Tendenz steigend.

Die Lehrpersonen arbeiten in den skandinavischen Ländern erfolgreicher mit engagierteren Kinder und Eltern!

Es braucht mehr Diversität im Bildungswesen und kein Einheitsmodell, das für viele nicht passt. Nur das Konkurrenzieren der  pädagogisch-didaktischen Schulprofile ermöglicht positive Entwicklungen im Bildungswesen wie etwa bessere schulische Leistungen. In den Niederlanden findet das statt. Auch Lehrpersonen wollen (ohne Lohneinbusse!) jenes Profil wählen können, das ihren Neigungen und Fähigkeiten am besten entspricht. Unterrichten von Kindern, welche zusammen mit ihren Eltern oder selber eine Schule ausgewählt haben, ist bedeutend angenehmer und viel erfolgreicher, als wenn die Lehrkraft mit Schülerinnen und Schülern arbeiten muss, die dazu g e z w u n g e n wurden seine Schule zu besuchen.

 

Das könnte Dich auch interessieren …

%d Bloggern gefällt das: